Im Logbuch: Fête de la musique 23. Mai 2026

Unsere dritte Fête de la Musique am 20. Juni: Ein Rückblick

Es war mal wieder heiß am 20. Juni, noch heißer sogar als im letzten Jahr. Trotzdem füllte sich der Kirchplatz schnell, und bald standen überall Campingstühle, Picknickdecken, Sonnenschirme, Kinderwagen und mitgebrachte Körbe. Wer Abkühlung brauchte, konnte einfach die Füße in den Walzbach strecken oder auch gleich vollständig eintauchen. Außerdem gab es diesmal wirklich kalte Getränke sowie Crêpes als willkommene Ergänzung zum selbst mitgebrachten Picknick.

Musikalisch begann der Nachmittag im Schattenwurf der katholischen Kirche mit Ivy and the Diamonds und unaufgeregtem Jazzstandards. Danach wurde es bewegt: Die Tänzer:innen und der Coach von „Dance in Balance“ verwandelten den Platz kurzerhand eine große Tanzfläche. Anschließend sorgte ein beeindruckendes, meditatives Gongritual für Sammlung und Erholung. Sarah Reinholz‘ Poetry Slam nahm dann wieder Geschwindigkeit auf: kurze Texte mit überraschenden Wendungen, Nachdenkliches wie Komisches. Spätestens jetzt zeigte sich, dass unser Plan aufging: Bei der Planung dieser Fête ging es nämlich nicht darum, ein homogenes Programm zu bauen, sondern um Vielfalt, Beweglichkeit, Verspieltheit und Leichtigkeit.

Die Kraichgauer Singer-Songwriterin Lizart performte in Mundart – eigenwillig, tiefsinnig und gleichzeitig sehr nahbar. Rob in the Wild leitete danach mit Folkrock- und und Countryklassikern in das abendliche Programm ein.  Hier wurde die Combo Fishing 4 Kompliments (ehemals „Die aus’m alten Haus“) zum dritten Mal in Folge ihrem neuen Namen gerecht, indem sie mit gecoverten Party-Smashern im Handumdrehen die Tanzfäche füllte. Gegen 21 Uhr sorgten die Coconuts mit treibendem Surf-Punk für einen neuen Akzent und weiteren Höhepunkt. Zum Ausklang des Abends verwandelte das Duo Sexy MF die Bachbühne mit einem obskurem Stilmix aus melancholischer Polka, verspulten Chansons und sorgfältig reduzierter Elektronik in eine absinthgeschwängerte Freiluft-Kellerbar. Gegen elf Uhr ging mit diesem Sundowner dieser längste, heiße und abwechslungsreiche Sommertag zu Ende.

Eine Fête wie diese entsteht nicht allein auf der Bühne. Sie wird ebenso von denen getragen, die vorher Pavillons, Tische und Technik aufbauen, den Ton betreuen, Getränke ausschenken, Crêpes backen und nach dem letzten Ton wieder alles abbauen. Dass so viele Menschen unentgeltlich ihre Zeit und ihre Arbeit einbringen, macht sie zu einem ganz besonderen Fest.

Nach drei Jahren haben wir das Gefühl, dass die Fête de la Musique ihren Platz in Weingarten gefunden hat: als gemeinsamer Sommerabend mitten im Ort mit Musik und mehr, Picknick, Kindern im Bach und vor allem mit viel Raum für Begegnung.

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr.